Ashoka x Ikea

Autor:in: Jana Gioia Baurmann

Bild: The Generation Forest

Ashoka x Ikea

Im Rahmen des Dela Accelerator – ein global ausgerichtetes Programm von Ashoka und Ikea – werden zwölf Sozialunternehmer:innen gemeinsam mit Ikea-Mitarbeiter:innen daran arbeiten, ihre Unternehmen zu skalieren, Lösungsansätze weiter zu verbessern und an ihrem Wirkungsgrad zu arbeiten. Einer von ihnen ist Andreas Eke.

Ziel des einjährigen Dela Accelerator ist es, Sozialunternehmer:innen in ihrer Arbeit zu stärken, so dass diese wiederum Gesellschaft und Umwelt stärken können. Auch Ikea profitiert: »Sozialunternehmer sind Führungspersönlichkeiten und Wegbereiter, die große soziale Herausforderungen angehen wollen«, sagt Åsa Skogström Feldt, Managerin der IKEA Social Entrepreneurs-Initiative. »Indem wir mit ihnen zusammenarbeiten, teilen wir unser Fachwissen und unsere Erfahrungen und lernen gleichzeitig von ihnen, was ebenso wichtig ist. Dies steht im Einklang mit unserem Bestreben, Umwelt und Gesellschaft positiv zu gestalten.«

Menschen werden zu Sozialunternehmer:innen, weil sie Probleme nicht nur wahrnehmen, sondern beheben wollen. Gleichzeitig geht es darum, die Systeme zu verbessern, die überhaupt erst zu diesen Problemen beitragen. Also nicht nur kosmetisch an der Oberfläche zu wirken, sondern die Ursache des Problems anzugehen. Ein solches (und sehr dringendes) Problem: das Klima. Es zu schützen, hält Andreas Eke für eine der größten Aufgaben der Menschheit. Er und seine Mitgründerin Iliana Armién gehen sogar noch einen Schritt weiter, sie sagen: Unternehmerisches Handeln kann sozial verantwortlich sein. Die Natur und damit das Klima sollen profitieren, aber eben auch die Menschen. Ihr Konzept: ein sogenannter Generationenwald, ein Generation Forest. 

In der ersten Phase des Dela Accelerator geht es darum, die Systemwandel-Strategien der Sozialunternehmer:innen zu verbessern und herauszufinden, wie sich dieser grundlegende Wandel erreichen lässt. Im kommenden Jahr haben die Unternehmer:innen die Möglichkeit, die Ergebnisse vor Ikea-Führungskräften vorzustellen.

Ashoka: Aufforstungsprojekte gibt es ja bereits einige. Was macht The Generation Forest anders als andere? 

Andreas Eke: Einfach ausgedrückt haben wir als Erste Dinge zusammengefügt, die es so bereits gab, aber eben nicht als Einheit. Bis wir kamen, gab es natürliche Wälder und Plantagen – dazwischen gab es nichts. Plantagen können ökonomisch sehr profitabel sein, vorausgesetzt, sie sind gut organisiert. Jedoch tragen sie weder zum Schutz des Bodens noch zu dem des Wassers und des Habitats bei. Ein natürlicher Wald bietet diesen Schutz, jedoch hat der Mensch, der dort lebt, ökonomisch das Nachsehen. Wir haben also überlegt: Wie kann man diese beiden Eigenschaften – auf der einen Seite die Schutzfunktion, auf der anderen Seite der ökonomische Gewinn – zusammenbringen? Dazu muss man auch wissen, dass die Böden in den Tropen Wald brauchen, um fruchtbar zu bleiben. Das ist anders als beispielsweise in Deutschland, wo die Mehrheit der Wälder vor mehr als hundert Jahren abgeholzt wurde, man auf ihnen aber immer noch Landwirtschaft betreiben kann. Holzt man Bäume in den Tropen ab, wird der Boden darunter schnell wertlos. Ich vergleiche das gern mit einem Unternehmen, das hundert Maschinen hat und jede Woche geht eine von ihnen kaputt, weil sie genutzt wird. Anfangs ist das noch okay, aber je mehr Maschinen wegfallen, desto unprofitabler wird das Unternehmen. 

Warum habt ihr das Konzept Generationenwald genannt?

Da Böden, die nicht mehr durch einen Naturwald angereichert werden, schnell versiegen, sind Plantagen auf wenige Jahre angelegt. Ist ein Boden tot, ziehen Mensch und Maschine weiter. Mit unseren Generationenwäldern hingegen haben wir uns für die kommenden hundert Jahre verpflichtet: ökologisch, ökonomisch und sozial. 

Ursprünglich stammst du aus Norddeutschland – wie bist du auf die Idee gekommen, in Panama und Nicaragua Bäume zu pflanzen?

Was mir wichtig ist: Auf die Idee bin ich nicht alleine gekommen. Meine frühere Frau und noch immer Geschäftspartnerin Iliana Armién ist aus Panama, 1994 gründeten wir gemeinsam den Futuro Forestal. Arbeitstitel zu Beginn des Generationenwald-Projekts war übrigens low risk forest, also ein Wald, der geringere Risiken für Investoren darstellen sollte. Unseren Mitarbeitern bieten wir eine bessere Ausbildung, unsere Wälder sind keine Monokulturen, die beispielsweise ein Schädling mal eben so zerstören kann. Aus der ökologischen Krise machen wir eine ökonomische Opportunität. Was die Flächen angeht, auf denen Generationenwälder entstehen, sind wir konkurrenzlos – weil wir die einzigen sind, die mit diesen erodierten Böden noch etwas anfangen können. Nun wird es darum gehen, möglichst viel Fläche in Generationenwälder umzuwandeln. Wir müssen raus aus der kleinen Ecke. Wir müssen handeln, bevor es für die Welt und damit für uns zu spät ist. 

Zu The Generation Forest

Die Arbeit von Andreas Eke und Iliana Armién basiert auf mehr als 20 Jahren Erfahrung der Forstpartner*innen. Als Waldmenschen eG gestartet (die Genossenschaft umfasste elf damals Mitglieder), ist der Generationenwald inzwischen gewachsen – auch und vor allem, was die gepflanzte Waldfläche angeht. 2019 entschlossen sich Eke und Armién, den Namen ihres Forstkonzeptes anzunehmen: The Generation Forest.