Changemakers United geht in die zweite Runde

Autor:in: Jana Gioia Baurmann

Changemakers United geht in die zweite Runde

Covid-19 kam unerwartet und traf die Welt hart. Mit der Corona-Pandemie befand sich die Menschheit von einem auf den anderen Tag inmitten dessen, was schon kurze Zeit später als »größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg« bezeichnet wurde. Diese Krise betrifft nicht nur die medizinische Versorgung, sondern wirft nach wie vor große Fragen auf, zum Beispiel: Wie bewahren wir ältere Menschen davor, in der Isolation zu vereinsamen? Wie können wir der steigenden Anzahl von Opfern häuslicher Gewalt helfen? Wie unterstützen wir besonders schutzbedürftige Gruppen, etwa Geflüchtete? Antworten auf diese Fragen können vor allem diejenigen geben, die sich schon vor der Corona-Krise für ältere Menschen, für Opfer häuslicher Gewalt, für Geflüchtete eingesetzt haben: Sozialunternehmer:innen.  

Sichtbar zu machen, mit welchen Lösungen die Sozialunternehmer:innen der Corona-Krise begegnen und sie und ihre Organisationen – in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten – zu unterstützen, ist das Ziel von Changemakers United. Das Projekt startete Mitte April 2020, nur wenige Wochen nachdem die Bundesregierung strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verkündet hatte. Dass Changemakers United so schnell umgesetzt werden konnte, lag auch an starken Partnern wie Zalando, der BMW Stiftung und weiteren.  

In den darauffolgenden Monaten arbeiteten 20 Ashoka-Fellows aus 15 europäischen Ländern mit 25 Mentoren und 121 Pro-Bono-Experten an der Entwicklung ihrer Ideen – und in ganz verschiedenen Bereichen (unter anderem Kommunikation und Marketing, Strategieentwicklung, Rechtsberatung). Es ging vor allem darum, Gesundheitsdienste und -produkte bereit zu stellen, die am stärksten gefährdeten Gruppen (etwa Opfer häuslicher Gewalt) zu schützen, Bildungsmodelle und -instrumente für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, zuverlässige und zugängliche Informationen anzubieten, sowie darum, Lösungen für die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu finden.  

Alle 20 Ashoka-Fellows haben ihre Dienstleistungen und Produkte an die durch Covid-19 entstandene Situation angepasst, neun Fellows entwickelten im Rahmen des Projekts sogar völlig neue. Mehr als 419 Millionen Menschen in 35 Ländern konnten so – direkt und indirekt – erreicht werden. »Ohne Changemakers United hätte ich es wohl nicht gewagt, diesen Schritt der Internationalisierung zu wagen«, gibt einer der Fellows in der von Ashoka durchgeführten Umfrage an. 

Im Mai veranstaltete Ashoka gemeinsam mit den Partner:innen den »Changemakers United Online Summit«, an dem mehr als 1500 Menschen aus aller Welt teilnahmen. Im Rahmen der Online-Konferenz betonte Ashoka-Fellow und Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, wie wichtig es in diesen Tagen sei, über Grenzen hinweg gemeinsam an einer resilienten, fairen und nachhaltigen Gesellschaft zu arbeiten.  

Im September endete die erste Runde von Changemakers United. Mit Beiersdorf ist das Projekt nun eine zweite Runde gestartet, dieses Mal allerdings auf globaler Ebene, genauer: Afrika, Lateinamerika und Südostasien.