»War Feminismus für dich auch immer so ein dirty word?«

Autor:in: Henriette Schmidt

»War Feminismus für dich auch immer so ein dirty word?«

Seit 40 Jahren sucht und begleitet Ashoka Menschen, die neue Wege suchen und gehen: Lässt sich Wirtschaft auch anders denken? Wie erreichen wir ein besseres Miteinander? Es ist höchste Zeit, diesen Menschen zuzuhören – auch um von ihnen zu lernen. In der digitalen Diskussionsreihe »Gespräche unterm Baum« fragen wir Ashoka-Fellows, was sie antreibt, welche Vorstellung sie von einer nachhaltigen und fairen Gesellschaft haben und wie wir immer mehr Menschen ermöglichen können, diese Gesellschaft aktiv mit zu gestalten.

In der zweiten Folge sprechen Ashoka-Fellow Kristina Lunz und Ashoka Support Network-Mitglied Gudula Merchert-Werhahn über Feminismus. Beide Frauen erzählen, was sie zu überzeugten Feministinnen hat werden lassen.

»Die Wissenschaft weiß: Die Objektifizierung von Menschen – zum Beispiel deren Sexualisierung – in unserer Gesellschaft führt dazu, dass die Bereitschaft steigt, an ihnen Gewalt auszuüben.« – Kristina Lunz

Lange Zeit – und bis vor wenigen Jahren – rief eine namhafte deutsche Tageszeitung dazu auf, »den schönsten Busen Deutschlands« zu küren. Kristina Lunz dachte sich irgendwann: Wie kann es sein, dass wir in Deutschland über sexualisierte Gewalt sprechen, aber gleichzeitig ein solcher Aufruf gestartet werden kann? Ihr Unbehagen und die Wut wandelte sie in Aktion um: Gegen die Zeitung und deren Chefredakteur startete sie eine Kampagne – dafür erntete sie Ablehnung und auch Hass, bekam aber auch mediale Aufmerksamkeit.

Vor zwei Jahren gründete Kristina Lunz zusammen mit Marissa Conway das Centre for Feminist Foreign Policy (CFFP), eine Organisation, die sowohl Lobbyarbeit als auch Wissensproduktion betreibt. Ihr Ziel: Außenpolitik feministischer machen. »Der signifikante Faktor dafür, ob ein Land gewaltbereit ist, ist das vorherrschende Level an Gleichberechtigung«, sagt Lunz im Gespräch.

»War Feminismus für dich auch immer so ein dirty word?« – Gudula Merchert-Werhahn

Gudula Merchert-Werhahn erzählt, wie sie die letzten 30 Jahre lang versucht hat, sich zu verbiegen, um »der schnellere Hamster im Rad zu sein«, so nennt sie das. Schneller als ihre männlichen Kollegen. Irgendwann habe sie bemerkt, dass nicht sie, sondern das »Hamsterrad« das Problem war – und schloss daraus: Die Systeme und Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft sind weder familien-, noch frauenfreundlich.

Inzwischen hat sie das »Hamsterrad« verlassen, ihre Kraft investiert sie jetzt anders. Unter anderem engagiert sich Merchert-Werhahn mit einem Podcast in der feministischen Initiative Female Vision und hilft jungen Frauen in schwierigen Situationen. Das Ziel nun: Nicht nur ihre Töchter und der Sohn sollen das System und seine Abläufe später einmal hinterfragen, sondern möglichst viele Menschen. Sie alle sollen Bestehendes nicht einfach hinnehmen und darin funktionieren – jede:r soll sich kritisch damit auseinander und seinen/ihren Beitrag leisten, Veränderungen anzustoßen.

Das ganze Gespräch zum Nachhören: Gespräch unterm Baum – mit Kristina Lunz

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