Claus Gollmann

Kurzbeschreibung

Claus Gollmann hilft gewaltgeschädigten Kindern. Dabei verfolgt er einen ganzheitlichen Ansatz, der neben Diagnostik und Therapie auch die Schaffung einer stabilen Alltagswelt beinhaltet, die den Kindern Halt geben soll.

Die Person

Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut Claus Gollmann arbeitete zunächst in der ärztlichen Kinderschutzambulanz im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf. Bald erkannte er die Lücken des bestehenden Systems und entwickelte 1993 mit einer Kollegin das Konzept des KiD (Kind in Düsseldorf gGmbH), der ..

Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut Claus Gollmann arbeitete zunächst in der ärztlichen Kinderschutzambulanz im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf. Bald erkannte er die Lücken des bestehenden Systems und entwickelte 1993 mit einer Kollegin das Konzept des KiD (Kind in Düsseldorf gGmbH), der ersten stationären diagnostisch / therapeutischen Facheinrichtung für gewaltgeschädigte Kinder in Deutschland. Um den Wirkungskreis zu vergrößern und bestehende Systeme einzubeziehen, bot er schon bald zusätzlich Schulungen, z.B. für Sozialarbeiter, Ärzte, Therapeuten und Juristen, an.

Mit der 2015 gegründeten gGmbH KiD – Kind in Diagnostik will er das Konzept deutschlandweit verbreiten und darüber hinaus die Qualitätsstandards für die Versorgung gewaltgeschädigter Kinder weiterentwickeln.

Der Ansatz

KiD ermöglicht bei gewaltgeschädigten Kindern eine umfassende und interdisziplinäre stationäre Diagnostik, die als Säulen Psychodiagnostik, Traumadiagnostik, Anamnese/Elternarbeit, pädagogische Beobachtungen im Gruppenalltag und einen therapeutischen Ansatz beinhaltet. Die multimodale Diagnost ..

KiD ermöglicht bei gewaltgeschädigten Kindern eine umfassende und interdisziplinäre stationäre Diagnostik, die als Säulen Psychodiagnostik, Traumadiagnostik, Anamnese/Elternarbeit, pädagogische Beobachtungen im Gruppenalltag und einen therapeutischen Ansatz beinhaltet. Die multimodale Diagnostik mündet abschließend in einer differenzierten Empfehlung für eine geeignete Anschlussversorgung des Kindes und der Familie, um so entsprechende Angebote effizienter und zielgerichteter an die jeweiligen Bedarfe anpassen zu können. KiD vereint Diagnostik, pädagogischen Alltag und Therapie unter einem Dach. Die zehn bis zwölf Kinder von vier bis zwölf Jahren leben dabei für etwa ein halbes Jahr in der diagnostisch-therapeutischen Krisengruppe Die Diagnostik basiert auf einer umfassenden Analyse des bisherigen Entwicklungsverlaufs eines Kindes ebenso wie auch auf gezielten Beobachtungen in den unterschiedlichen diagnostischen Setting. Falls nach Abschluss der Diagnostik eine Rückkehr in die Familie vorerst nicht umsetzbar ist, besteht die Möglichkeit, in Kooperation mit anderen Jugendhilfeträgern die Arbeit für zwei bis drei Jahre in einer Behandlungsgruppe fortzusetzen, um danach einen gelingenden Neuanfang in der Familie zu ermöglichen. Sind Rückkehrmöglichkeiten in die Familie gar nicht gegeben, kümmert sich KiD in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt um die Suche nach einer angemessenen Anschlussversorgung. In Düsseldorf gibt es zum Beispiel die Option einer Weiterbetreuung in der zu KiD gehörenden traumapädagogischen Wohngruppe. In der Wohngruppe wird den Kindern geholfen, einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden – einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlen, an dem sie die Möglichkeit erhalten, mit nachhaltiger therapeutischer Unterstützung das Geschehene innerpsychisch zu integrieren, und an dem KiD ihnen bei weiteren wichtigen Entscheidungsprozessen zur Seite steht

Warum das wichtig ist

Statistiken zeigen, dass mindestens jedes zehnte Kind in Deutschland zumindest einmal im Leben starker körperlicher, sexueller oder emotionaler Gewalt ausgesetzt ist. Laut BKA- Statistik sterben zudem zwei bis drei Kinder pro Woche an den Folgen von Gewalt. Von staatlicher Seite besteht eine Reihe ..

Statistiken zeigen, dass mindestens jedes zehnte Kind in Deutschland zumindest einmal im Leben starker körperlicher, sexueller oder emotionaler Gewalt ausgesetzt ist. Laut BKA- Statistik sterben zudem zwei bis drei Kinder pro Woche an den Folgen von Gewalt. Von staatlicher Seite besteht eine Reihe von Angeboten, die jedoch aus unterschiedlichen Gründen zu kurz greifen und oftmals nicht ineinander greifen. Fehlt adäquate und zeitnahe Hilfe, können sich die Folgen von Gewalt in Verhaltensauffälligkeiten und Symptombildungen niederschlagen. Neben dem enormen seelischen Leid der Kinder entstehen zudem erhebliche gesellschaftliche Kosten, z.B. durch Schulabbrüche, Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Kriminalität. Diese negativen Effekte können reduziert werden, wenn Kinder möglichst früh in adäquate Diagnostikverfahren eingebunden und so der tatsächliche Hilfebedarf ermittelt und erfüllt werden kann.

Einblicke

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Wirkungskette

Input

  • Gesamtbudget: ca. 1,8 Millionen €, davon Personalkosten: 80 %

  • Pro KiD Haus werden 12 Vollzeitstellen benötigt

  • Basisfinanzierung durch Pflegesatz

  • zusätzliche Angebote werden durch Sponsoring ermöglicht

Output

  • Insgesamt wurden bisher (Stand 31.12.2019) 667 Kinder und ihre Bezugssysteme durch KiD betreut, davon...

  • 546 Kinder und Bezugssysteme in der diagnostisch-therapeutischen Krisengruppe im KiD Düsseldorf (Eröffnung: 1994),

  • 84 Kinder und Bezugssysteme im KiD Hannover (seit 2009, Träger: Bethel Stiftung),

  • ca. 30 Kinder und ihre Bezugssysteme in der „Mattisburg“ Hamburg (zwischen 2014 und 2017, Träger: Großstadtmission. Seit Frühjahr 2017 arbeitet die Mattisburg nicht mehr nach dem KiD Konzept. Ein Neustart in Hamburg mit einem anderen Träger ist zeitnah geplant.),

  • 7 Kinder und ihre Bezugssysteme im KiD Berlin (Eröffnung im Oktober 2019, Träger: KJHV).

  • Außerdem...

  • drei bis vier Fortbildungen pro Jahr in Düsseldorf

  • ca. 25 Beteiligungen an Kongressen und Tagungen

  • Mitentwicklung des Masterstudiengangs „Kindheit und Sozialwissenschaften“ mit dem Schwerpunkt „Diagnostik und Kinderschutz“ an der Hochschule Koblenz sowie Lehrtätigkeit in diesem Rahmen.

Wirkung

  • Eine Studie der Hochschule Koblenz (2014) ergab: Kinder, die im Anschluss an die Diagnostikzeit bei KiD entsprechend der abschließenden Empfehlung untergebracht werden, nehmen einen deutlich konstruktiveren weiteren Entwicklungsverlauf (gemessen z.B. an Schulabschlüssen oder Schulabbrüchen etc.). Außerdem zeigte sich, dass die empfehlungsgerechten Unterbringungen mittel- bis langfristig sogar kostengünstiger sind. Insgesamt erzeugte Wirkungen:

  • Schaffung eines besseren Verständnisses für traumatisierte Kinder

  • Schaffung gezielterer Versorgungsangebote durch die fundierte Diagnostik.

Mitwirkende gesucht

Was wir aktuell planen:

  • 2015 wurde KiD – Kind in Diagnostik gGmbH in Köln gegründet, unter anderem mit dem Ziel, in jedem Bundesland ein KiD Haus etablieren zu helfen.

  • Akquise für die Anschubfinanzierung von ca. 250.000 € verteilt auf vier Jahre pro Standort

  • Kontinuierliche Beratung und Unterstützung der bestehenden KiD Häuser

Dafür suchen wir:

Wachstumsermöglicher*in

Personen, die uns helfen können, neue Standorte für KiD Häuser zu finden und die ein KiD Haus finanziell beim Anschub unterstützen können

Politikgestalter*in

Personen mit Einflußnahme in politischen Gremien zu den Themen Kinderschutz und Gewalt gegen Kinder

Standortvertreter*in

Hilfe bei der Suche nach Spendern und Förderern zur Implementierung konkreter Standorte