Clemens Mulokozi

Clemens Mulokozi

Jambo Bukoba e.V.

Kurzbeschreibung

Mit Jambo Bukoba e.V. (JB) nutzt Clemens Mulokozi die Kraft von Sport, um sich in Tansania für bessere Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung einzusetzen. Erst die aktive Einbindung diverser Akteure (u.a. Universität, Wirtschaft und Sport) in sein Modell ermöglicht den ganzheitlichen Erfolg von JB an der Schnittstelle von Ehrenamt, Entwicklungszusammenarbeit und unternehmerischer Verantwortung.

Die Person

Clemens Mulokozi, Sohn eines tansanischen Vaters, verbrachte Teile seiner Kindheit in Tansania und lernte dort die schlechten Perspektiven vor Ort hautnah kennen. Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst in andere Bahnen: Als Manager in einer europäischen Großbank und Leiter des Sportsponsorings ..

Clemens Mulokozi, Sohn eines tansanischen Vaters, verbrachte Teile seiner Kindheit in Tansania und lernte dort die schlechten Perspektiven vor Ort hautnah kennen. Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst in andere Bahnen: Als Manager in einer europäischen Großbank und Leiter des Sportsponsorings lernte er das kommerzielle Potenzial von Sport kennen. Seine Erfahrung in Tansania motivierte ihn schließlich dazu, mit der Deutschen Sporthochschule Köln ein sportpädagogisches Konzept zu entwickeln, um Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung für Grundschulkinder in Tansania zu verbessern. Aus zunächst ehrenamtlichem Engagement wurde schnell der Wunsch, sich dieser Mission in Vollzeit zu widmen – und die Wirkung von JB weiterzuentwickeln. 2015 wurde Jambo Bukoba e.V. Bundessieger bei startsocial.

Auf dem Weg als Sozialunternehmer stärkt ihn bei seinen täglichen Herausforderungen auch sein Durchhaltevermögen als Marathonläufer.

Der Ansatz

JB verbessert in Zusammenarbeit mit der Tochterorganisation Jambo For Development (JFD) im Nordwesten Tansanias die Qualität der Bildung an Grundschulen, klärt Schüler*innen über HIV/Aids und allgemeine Hygiene- bzw. Gesundheitsthemen auf und setzt sich für Gleichberechtigung ein. Sportlehrer*i ..

JB verbessert in Zusammenarbeit mit der Tochterorganisation Jambo For Development (JFD) im Nordwesten Tansanias die Qualität der Bildung an Grundschulen, klärt Schüler*innen über HIV/Aids und allgemeine Hygiene- bzw. Gesundheitsthemen auf und setzt sich für Gleichberechtigung ein. Sportlehrer*innen werden mit einem wissenschaftlich entwickelten Konzept für erfahrungsbasiertes Lernen pädagogisch geschult und integrieren diese Themen spielerisch in den Lehrplan. Dadurch können tabuisierte Themen wie HIV / AIDS leichter adressiert und wichtige Life Skills vermittelt werden. In Sportwettkämpfen, den „Bonanzas“, messen sich die Schulen freundschaftlich in den erlernten Spielen und können so Schulbauprojekte gewinnen (mindestens 25 % Eigenbeteiligung).  Nicht nur das pädagogische Know-How der Lehrer*innen sowie die Schulinfrastruktur werden so verbessert: die zentrale Erfahrung für alle Beteiligten – Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und öffentliche Institutionen – ist, dass die positive Wirkung nur mit einem aktiven Beitrag aller auf Augenhöhe gelingen kann. Die gemeinsame Arbeit verfolgt das Prinzip der Hilfe zu Selbsthilfe, sowohl bei unseren Projekten als auch organisationsintern. Die deutsche Mutterorganisation sichert die Finanzierung der Aktivitäten durch Fundraising und Mitgliedsbeiträge und kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und Controlling. Die strategische und operative Steuerung erfolgt in enger Absprache mit JFD. Die Tochterorganisation ist als inzwischen rechtlich unabhängige Tochterorganisation für die Projektdurchführung und -begleitung vorort zuständig. 

Warum das wichtig ist

63 Prozent der Tansanier sind jünger als 25 Jahre. In ihrem Streben nach einem besseren eigenständigen Leben gibt es viele Hindernisse – besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung. Trotz steigender Abschlussquoten (von 40% im Jahr 2012 auf 70% im Jahr 2016) können vie ..

63 Prozent der Tansanier sind jünger als 25 Jahre. In ihrem Streben nach einem besseren eigenständigen Leben gibt es viele Hindernisse – besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung. Trotz steigender Abschlussquoten (von 40% im Jahr 2012 auf 70% im Jahr 2016) können viele Schüler*innen nach dem Abschließen der Grundschule weder lesen noch schreiben. Auch haben die meisten jungen Menschen zwar von HIV / Aids gehört, wissen jedoch nicht, wie sie sich vor einer Infektion schützen können: 60 Prozent der HIV-Neuinfizierten sind zwischen 15-24 Jahre alt. Mädchen sind in Tansania nicht nur in Bezug auf Bildung und Gesundheit stark benachteiligt. Die hohe Rate von Schwangerschaften unter minderjährigen Mädchen sowie die frühe Verheiratung verhindern ein selbstbestimmtes Leben von Frauen.

Einblicke

Wirkungskette (2019)

Input

  • Gesamtbudget: 552.556,29 EUR

  • Ehrenamtliches Engagement

  • Pro bono-Leistungen, z.B. Sportmaterialspenden, Büro, IT-Support und Logistik

Output

  • 8 Bonanzas (Sportwettbewerb mit „Life Skill Games“) für 1.451 Schüler*innen

  • 3 in 2018 begonnene Schulbauprojekte für 3.669 Schüler*innen (SBP) wurden fertiggestellt. 12 von 16 geplanten SBP für insgesamt 11.828 Schüler*innen wurden 2019 begonnen.

  • Fertigstellung und Übergabe von 9 Klassenzimmern, verteilt auf drei Schulen mit insgesamt 1.402 Schüler*innen (Swiss Seaside Foundation Projekt).

  • WaSH Programm (Wasser, Sanitär, Hygiene): Bau von jeweils 15 Toilettenkabinen für Mädchen und Jungs, einem MHM Raumes und einem Wassertank mit 420.000 Litern Speicherkapazität an der Bugene Schule für insgesamt 1,075 Kinder. Bau eines Wasserbrunnens an der Kisenga Schule für 1,208 Kinder

  • Workshop für 21 Lehrer von 11 verschiedenen Schulen zum Thema Menstrual Hygiene Management. Dadurch können 8.849 Schüler erreicht werden (4.460 Mädchen und 4.389 Jungs).

Wirkung

  • Laut der Sondierung von Ashoka 2014 und jährlichen Evaluationen mit regionalen Bildungsministern gesteigerte(r)(s): - Anwesenheitsquoten der Schüler*innen - Abschlussquote von Schüler*innen an Grundschulen: 2018 Rang 5 im nationalen Vergleich - Notendurchschnitt von Mädchen - Partizipation von Mädchen im Sport - Pädagogische Fähigkeiten der Sportlehrer*innen - Anzahl an Schulen, die Sport unterrichten - Wissen über HIV / Aids bei Lehrkräften und Schüler*innen - hygienische, lernorientierte Schulinfrastruktur

  • Stärkung von regionalen Verwaltungsstrukturen im Bereich Sport, Gesundheit, Bildung und Gleichberechtigung

  • Aktivierung lokaler Gemeinden, sich mit mind. jeweils 25% an den Kosten für Schulbauprojekte durch Arbeitsmaterial, Arbeitskraft und Geld engagieren

Mitwirkende gesucht

Was wir aktuell planen:

  • Bis 2025 wird das Classic Programm im Fokus stehen: Ziel ist die Komplette Abdeckung und Intensivierung des Classic Programmes in der Region Kagera durch den Ausbau der jährlichen Anzahl an Workshops für Lehrer und Schulleiter, der Bonanzas und somit der Schulbauprojekte. Jede Schule soll jährlich die Möglichkeit bekommen ein Schulprojekt zu gewinnen.

  • Zudem ist der strukturelle Ausbau der tansanischen und der deutschen Organisation geplant. Zum einen soll die Expertise und Selbständigkeit von JFD gestärkt werden. Zum anderen ist bei JB die Transformation von einer rein durch Spenden finanzierten NGO zum Sozialunternehmertum vorgesehen.

  • Langfristig ist sowohl die Entwicklung eines Anschlusskonzeptes nach der 7-stufigen Grundschule zu den Themen Employability und Entrepreneurship (Vision: JB Campus), als auch die Übertragung des Erfolgsmodells in andere Regionen geplant.

Dafür suchen wir:

Ratgeber*in

Skalieren, Finanzieren, Effizienter werden, Organisation stärken

Organisationsstärker*in

Transformation von Ehrenamt zu hauptamtlichen Strukturen

Mitunternehmer*in

Erweiterung aktiver Vorstand

Wachstumsermöglicher*in

Neue struktur in Tansania, Expansion 1.) neue Zielgruppen, 2.) neue Regionen, 3.) Funding

Kooperationenbauer*in

Unternehmen, KMU, Stiftungen, Agenturen,