Heidrun Mayer (†)

Heidrun Mayer (†)

Papilio

Kurzbeschreibung

Heidrun Mayer setzte sich für die sozial-emotionale Kompetenz von kleinen Kindern ein, um sie davor zu schützen, im Jugendalter mit Sucht und Gewalt auf Lebenskrisen zu reagieren. Der Ansatz von Papilio legt die Basis für eine psychosoziale Gesundheit und ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben im Erwachsenenalter.

Die Person

Heidrun Mayer entwickelte 2002 als Projekt- und Studienleiterin im Augsburger beta Institut das Kindergartenprogramm Papilio. 2010 überführte Heidrun Mayer das Programm in einen gemeinnützigen Verein und arbeitete seitdem mit einem Team von rund zehn Mitarbeiter*innen an der Weiterentwicklung von ..

Heidrun Mayer entwickelte 2002 als Projekt- und Studienleiterin im Augsburger beta Institut das Kindergartenprogramm Papilio. 2010 überführte Heidrun Mayer das Programm in einen gemeinnützigen Verein und arbeitete seitdem mit einem Team von rund zehn Mitarbeiter*innen an der Weiterentwicklung von Papilio. Im selben Jahr wurde Heidrun Mayer Ashoka Fellow. Sie setzte sich mit großem Erfolg für die Etablierung von Papilio als Baustein in der Ausbildung von Erzieher*innen in ganz Deutschland ein und brachte Papilio auch nach Finnland, wo die Einführung seit 2015 sehr erfolgreich von einer NGO durchgeführt wird. Ihr Ziel, Fördermittel für die Entwicklung weiterer Papilio-Programme (U3 und Grundschule) zu akquirieren, hat sie kurz vor ihrem Tod erreicht. Ihre unternehmerische Schaffenskraft, ihren Sachverstand und ihre Zielstrebigkeit; vor allem aber auch ihre warmherzige, stets ehrliche und direkte Art werden uns stets in Erinnerung bleiben.

Der Ansatz

Papilio ist ein Ansatz für Kitas und Grundschulen, der die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder auf nachweislich wirksame Weise fördert. Diese „universelle Prävention“ trägt wesentlich zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Chancengleichheit, der seelischen Gesundheit, der Vermeidung ..

Papilio ist ein Ansatz für Kitas und Grundschulen, der die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder auf nachweislich wirksame Weise fördert. Diese „universelle Prävention“ trägt wesentlich zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Chancengleichheit, der seelischen Gesundheit, der Vermeidung von Ausgrenzung, der Vermeidung von Verhaltensauffälligkeiten und Sucht-/ Gewaltverhalten.

Da Bildung unter der Hoheit der Länder steht, geht Papilio länderspezifisch vor und arbeitet mit einem Train-the-Trainer-Konzept. Die Verbreitung des Papilio-Ansatzes geschieht in vier Schritten: (1) Partner gewinnen, (2) Trainer*innen qualifizieren, (3) Kitas, Grundschulen gewinnen; Erzieher*innen Lehrer*innen fortbilden, (4) Programm mit den Kindern ein- und durchführen. Papilio geht also den Weg über Trainer*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen, um die Kinder und Eltern in ihrer Lebenswelt zu erreichen.

Bis heute wurden über 7000 Erzieher*innen in Deutschland und Europa fortgebildet.

Nach dem Tod von Heidrun Mayer wurde Heidi Scheer geschäftsführende Gesellschafterin der Papilio gGmbH.

Papilio ist ein Ansatz für Kitas und Grundschulen, der die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder auf nachweislich wirksame Weise fördert. Diese „universelle Prävention“ trägt wesentlich zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Chancengleichheit, der seelischen Gesundheit, der Vermeidung von Ausgrenzung, der Vermeidung von Verhaltensauffälligkeiten und Sucht-/ Gewaltverhalten.

Da Bildung unter der Hoheit der Länder steht, geht Papilio länderspezifisch vor und arbeitet mit einem Train-the-Trainer-Konzept. Die Verbreitung des Papilio-Ansatzes geschieht in vier Schritten: (1) Partner gewinnen, (2) Trainer*innen qualifizieren, (3) Kitas, Grundschulen gewinnen; Erzieher*innen Lehrer*innen fortbilden, (4) Programm mit den Kindern ein- und durchführen. Papilio geht also den Weg über Trainer*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen, um die Kinder und Eltern in ihrer Lebenswelt zu erreichen.

Bis heute wurden über 7000 Erzieher*innen in Deutschland und Europa fortgebildet.

Nach dem Tod von Heidrun Mayer wurde Heidi Scheer geschäftsführende Gesellschafterin der Papilio gGmbH.

Warum das wichtig ist

Sucht und Gewalt schädigen sowohl Opfer als auch Täter und verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. 13,6 Prozent der 12-16-Jährigen geben „Rauschtrinken“ 1 x im Monat an (BZGA 2019. Laut Kindergesundheitsbericht sind bei 20% der Kinder Verhaltensauffälligkeiten feststellbar. Die ..

Sucht und Gewalt schädigen sowohl Opfer als auch Täter und verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. 13,6 Prozent der 12-16-Jährigen geben „Rauschtrinken“ 1 x im Monat an (BZGA 2019. Laut Kindergesundheitsbericht sind bei 20% der Kinder Verhaltensauffälligkeiten feststellbar.

Die Drogenaffinitätsstudie der BZGA (2015) geht davion aus, dass 5,8 % der 12-17-Jährigen computerspiel- oder internetabhängig sind.

Bestimmte Verhaltensauffälligkeiten sind als Risikofaktoren für die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt bekannt. Grundlegendes soziales Verhalten lernt der Mensch nach Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie im Kindesalter. Maßnahmen zum Aufbau der sozial-emotionalen Kompetenzen müssen also bei den Drei- bis Siebenjährigen ansetzen. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wurde, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren.

Durch Papilio bekommen Kinder im Kindergarten eine zweite Chance, die eine erste Chance von zuhause nicht bekommen können. Die vulnerable Zielgruppe wird damit erreicht, ohne sie zu stigmatisieren.

Wirkungskette (2019)

Input

  • Personalkosten: 585.850 € (21 feste Mitarbeitende, rechnerisch11,42 bezahlte Vollzeitstellen, 3 Ehrenamtliche)

  • Sachkosten: 616.707 €

Output

  • Deutschlandweit 104 Fortbildungen, Workshops, Qualitätsverbünde und Supervisionen durchgeführt, Zudem 11 Präventions-Events gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste und Fachtag „Kinder stärken – gemeinsam wachsen. So gelingt Prävention in der Kita“

  • 22 neue Papilio-Trainerinnen (Programm-Multiplikatorinnen) qualifiziert

  • 747 ErzieherInnen und Grundschullehrkräfte für Papilio-Programme qualifiziert

  • Neue Programme: Entwicklung und erstmalige Umsetzung des neuen Programms Papilio-U3 für Kinder unter 3 Jahren

  • Abschluss der Datenerhebung für die wissenschaftliche Evaluation

  • Abschluss der Entwicklung und erstmaligen Umsetzung des neuen Programms Papilio-6bis9 für Grundschüler

  • Produktion von Programm- und Marketing-Materialien, z.B.: 2.000 Paula-Boxen, 2.500 Gefühlsbarometer, 400 Praxisordner für AnwenderInnen, 100 Plakate, 2 Roll-ups

  • Netzwerkarbeit mit Besuch von 9 öffentlichen Informationsveranstaltungen und 15 Terminen bei relevanten Tagungen und Besprechungen

  • Kai Klose (Minister für Soziales und Integration) in Hessen als Schirmherr gewonnen

  • Rolf Zuckowski, Dagmar Wöhrl, Mark Waschke, Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmid als Papilio-Botschafter gewonnen.

Wirkung

  • 180 Eltern durch den ElternClub für eine bessere Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Elternhaus sensibilisiert

  • Über 28.000 Kinder von 0 bis 9 Jahren in der Entwicklung ihrer sozial-emotionalen Kompetenzen gefördert

  • 583 Erwachsene mit den Präventions-Events gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste für frühe Prävention sensibilisiert

  • 141 Veröffentlichungen und Fachartikel in Online- und Printmedien, TV, Hörfunk und Fachzeitschriften

  • Versand von 22 Pressemitteilungen und Durchführung von 8 Pressegesprächen

  • Regelmäßige Facebook-Aktivitäten

  • 7Messeauftritte und Fachvorträge, z. B. „Kongress Armut und Gesundheit