Hildegard Schooß

Kurzbeschreibung

Hildegard Schooß etabliert mit Mütterzentren und Mehrgenerationenhäusern öffentliche und zugleich familiäre Orte der Begegnung, Betreuung und Beteiligung, die jede Nachbarschaft zu einem lebenswerteren Ort machen. Ihr Motto: Mütterliche Werte werden zum gesellschaftlichen Maßstab.

Die Person

Aufgewachsen in einer Großfamilie übernahm Hildegard Schooß bereits mit 17 Jahren eine Filiale im Betrieb ihrer Eltern. Nach der Heirat – verbunden mit einem Wohnortwechsel – erlebte sie selbst, was es bedeutet, nicht in einer Nachbarschaft verankert zu sein. Als ihr erstes Kind auf die Welt ..

Aufgewachsen in einer Großfamilie übernahm Hildegard Schooß bereits mit 17 Jahren eine Filiale im Betrieb ihrer Eltern. Nach der Heirat – verbunden mit einem Wohnortwechsel – erlebte sie selbst, was es bedeutet, nicht in einer Nachbarschaft verankert zu sein.

Als ihr erstes Kind auf die Welt kam, wollte sie sich für Familien einsetzen und Nachbarschaften stärken. 1980 mietete sie einen Raum und eröffnete das erste Mütterzentrum in Deutschland, in das alle Menschen, wie in einer Großfamilie oder Dorfgemeinschaft, ihre Stärken einbringen, sich treffen, mit anderen austauschen und Unterstützung finden.

1985 gründete sie den Bundesverband der Mütterzentren und sorgte für die flächendeckende Verbreitung der Einrichtungen. Sie wurden zum Modell für das Konzept Mehrgenerationenhäuser in Deutschland. 2015 zog sie sich aus dem operativen Geschäft zurück, unterstützt den Bundesverband aber weiterhin auf Projektbasis. So initiierte sie in SZ das Modellprojekt Altersrand, in dem Kinder und alte Menschen gemeinsam betreut werden Da dieser Ansatz einmalig ist, wurde eigens ein Curriculum für das betreuende Personal entwickelt, das auf den praktischen Erfahrungen der ersten anderthalb Jahre basiert. Die Kinder und alten Menschen essen gemeinsam in festen Gruppen, spielen zusammen, machen Ausflüge. Manche Aktivitäten sind geplant, andere ergeben sich und natürlich verbringen beide Gruppen auch Zeit einzeln unter sich. Doch so viel ist sicher: Die Kinder und die alten Menschen profitieren emotional und sprachlich, von dem Einblick in die Lebenswelt der jeweils anderen.

Hildegard Schooß ist Ashoka Fellow seit 2010.

Der Ansatz

Mütterzentren leben mütterliche Werte. Das heißt nicht, dass sie nur für Mütter da sind, denn Mütterlichkeit hat kein Geschlecht. Vielmehr werden hier in einer wertschätzenden Atmosphäre mütterliche Werte gelebt – generationen-, – und herkunftsunabhängig. Mütterzentren leisten ..

Mütterzentren leben mütterliche Werte. Das heißt nicht, dass sie nur für Mütter da sind, denn Mütterlichkeit hat kein Geschlecht. Vielmehr werden hier in einer wertschätzenden Atmosphäre mütterliche Werte gelebt – generationen-, – und herkunftsunabhängig.

Mütterzentren leisten soziale Präventionsarbeit, indem sie mit ihren vielfältigen Angeboten Menschen verbinden und stärken. Aus Begegnungen werden Beziehungen, Einsamkeit hat keine Chance. Die Angebote der Zentren tragen mit ihren Angeboten zur Potenzialentfaltung und Selbstwirksamkeit des Einzelnen bei auch wenn er oder sie gerade in einer herausfordernden Lebenssituation steckt.

Dreh- und Angelpunkt der Mütterzentren sind starke Gastgeber*innen vor Ort. Sie sind Bezugspersonen und zentrale Ansprechpartner*innen, die Verantwortung übernehmen und Besucher*innen zeigen, dass alle willkommen sind.

Warum das wichtig ist

Gesellschaftliche Umbrüche führen dazu, dass sich die einzelnen Familienmitglieder nicht immer ausreichend umeinander kümmern können. Zu den Ursachen zählen der demographische Wandel, die wachsende Zahl der Ein-Personenhaushalte sowie Umbrüche in der Arbeitswelt. Zudem steigt die Armut in Fami ..

Gesellschaftliche Umbrüche führen dazu, dass sich die einzelnen Familienmitglieder nicht immer ausreichend umeinander kümmern können. Zu den Ursachen zählen der demographische Wandel, die wachsende Zahl der Ein-Personenhaushalte sowie Umbrüche in der Arbeitswelt. Zudem steigt die Armut in Familien und im Alter, Sorgearbeit ist ungleich verteilt und wird entweder gar nicht oder schlecht bezahlt.

Die Coronavirus-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig eine Aufwertung und Umverteilung von Sorgearbeit ist, denn alle Menschen sind auf die Care-Arbeit anderer (meist Frauen und Mütter) angewiesen, sei es bei der Kinderbetreuung, im Haushalt und der Pflege älterer und bedürftiger Menschen. Mütterzentren leisten einen entscheidenden Beitrag um Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu erreichen, denn hier werden unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft familiäre Werte wertgeschätzt und gelebt. Mütterzentren fordern Frauenförderung in der Wirtschaft, Männerförderung in der Familie. Das politische Sprachrohr hierfür ist der Bundesverband der Mütterzentren.

Die Zentren und Häuser steigern die Lebensfreude in unseren Vierteln, erleichtern die Teilhabe, bilden, stärken und fördern. Hier fühlen sich Menschen zugehörig. Im formalen Bildungssystem fehlt es an offenen Gelegenheiten zum Lernen. Mütterzentren sind dafür leicht zugängliche Lernorte, die Bildung in den Alltag integrieren. Und um die Qualität der Angebote in den Zentren zu sichern, bietet der Bundesverband der Mütterzentren Fortbildungen, Fachtage und Beratung für alle Mitarbeitenden an.

Die Mütterzentren und der Bundesverband stärken Eltern, Kinder, Familien, denn Familie ist der Kit, der unsere Gesellschaft zusammenhält.

Einblicke

Wirkungskette (2019)

Input

  • Gesamtbudget 125.000 € -, davon Personalkosten 57.000,00 €, Tagungs- und Honorarkosten 32.000,00 €, Sachkosten 36.000,00 €

  • Drei feste Mitarbeiter*innen in Teilzeit, 11 ehrenamtliche Steuerungskreisfrauen aus 8 Bundesländern mit jährlich 48.000 gefahrenen Kilometern und rund 600 Stunden ehrenamtlichem Engagement.

Output

  • 350 Mütterzentren in Deutschland

  • 2 Vernetzungstreffen/Jahr, 1 Fachtag/Jahr, 2- 3 jährliche Fortbildungen

  • Curriculum offenes Handeln und Lernen für Mitarbeiterschulungen in einer für Offenheit stehenden Einrichtung

  • Jährliche Ausschreibung der Praktissima - dem Mütterzentrumspreis

  • Das Gute Siegel – das Gütesiegel für Mütterzentren

  • Gremienarbeit im BMFSFJ: MGH-Kooperationsgruppe, AG Qualitätsentwicklung der Mehrgenerationenhäuser und Familienverbändegespräch

  • Mitarbeit Deutscher Frauenrat: Fachausschuss Aufwertung und Umverteilung von Sorgearbeit, Fachausschuss Parität in Parlamenten und Politik und AG Erwerbsleben CEDAW Allianz Deutschland

  • Weitere Gremienarbeit im Bundesforum Familie und Aktionsbündnis Frankfurt für Frauenrechte

  • Europäische Projektarbeit Erasmus+: Parenthood as Motivation for Lifelong Learning in Mother Centers

  • Veröffentlichung: Unsere Gastgeber!nnen – Wie schön, das es sie gibt!, 30 Häuser & Geschichten, Wirkungsstudie des Bundesverbands der Mütterzentren, Videos: 100 Jahre Frauenwahlrecht., Warum unser Mütterzentrum Mitglied im Bundesverband ist

Wirkung

  • Die präventiven Familienangebote in Mütterzentren unterstützen die Besucher*innen zum einen soziale Isolation zu überwinden und sich Alltags- und Erziehungskompetenzen anzueignen, zum anderen aber auch im Hinblick auf die eigenen beruflichen Perspektiven nach dem Übergang von der Partnerschaft zur Elternschaft und später wieder zurück in den Beruf die notwendige Orientierung zu finden und Kompetenzen (weiter) zu entwickeln

  • Die vom Bundesverband in Auftrag gegebene Kosten-Nutzen-Analyse 2020 von Prof. Dr. oec. i. R. Uta Meier-Gräwe ergibt einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen der Angebote in Mütterzentren durch Einsparungen von öffentlichen Transferleistungen

  • Mütterzentren initiieren und begleiten Kontakt und Begegnung und verringern Einsamkeit in allen Generationen

  • Die Wirkungsstudie des Bundesverband 2013 ergab:

  • 86 % der Befragten gaben an, dass die Angebote von Mütterzentren ihr Leben positiv beeinflusst hat und 83 % dass ihr soziales Leben bereichert wurde, davon 66 % im Speziellen durch die intergenerationale Arbeit

  • 95 % finden, dass das Mütterzentrum für jeden zugänglich ist, 92 % dass im Mütterzentrum alle gleichbehandelt werden und 85 % dass man sein kann wie man will

  • 82 % finden, dass das Mütterzentrum bei Problemen unterstützt und 79 % dass man sich im Mütterzentrum weiterentwickelt

  • Die politische Arbeit des Bundesverbands der Mütterzentren entstaubt den Begriff der Mütterlichkeit

Mitwirkende gesucht

Dafür suchen wir:

Mitunternehmer*in

Unser Ziel ist, mehr Standorte für Mütterzentren aufzubauen und intergenerative Ansätze zu fördern.

Startförderer*in

Für die Erweiterung und Verbreitung unseres Curriculums und Fortbildungsangebots für Aktive in Mütterzentren und Mehrgenerationenhäusern

Politikgestalter*in

Für unsere Lobbyarbeit für Eltern, Kinder, Familie und den intergenerativen Ansatz