Jan Wulf-Schnabel

Jan Wulf-Schnabel

Institut Inklusive Bildung

Kurzbeschreibung

Jan Wulf-Schnabel qualifiziert Menschen mit Behinderungen für die Bildungsarbeit in eigener Sache. Als Bildungsfachkräfte vermitteln sie an Hochschulen die Lebenswelten, Bedarfe und spezifischen Sichtweisen von Menschen mit Behinderungen. So sensibilisieren sie Studierende sowie Lehr-, Fach- und Leitungskräfte auf Augenhöhe für ein inklusives Bildungssystem.

Die Person

Dass Bildung ein Schlüssel für Teilhabe ist, hat Jan Wulf-Schnabel am eigenen Aufstieg aus bildungsfernem Milieu bis zur Professur erlebt. Ihm ist ein intermediäres Vorgehen mit gesellschaftlichen Akteuren wichtig, um nachhaltige Systemveränderungen zu erreichen. Inspiriert von der Arbeit für u ..

Dass Bildung ein Schlüssel für Teilhabe ist, hat Jan Wulf-Schnabel am eigenen Aufstieg aus bildungsfernem Milieu bis zur Professur erlebt. Ihm ist ein intermediäres Vorgehen mit gesellschaftlichen Akteuren wichtig, um nachhaltige Systemveränderungen zu erreichen. Inspiriert von der Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen der Stiftung Drachensee, entwickelte er ein professionelles Bildungskonzept für Menschen ohne Behinderungen durch Menschen mit Behinderungen. Ihr Selbstvertretungsgrundsatz „Nicht ohne uns über uns!“ soll fester Bestandteil an Hochschulen werden.

Der Ansatz

Jan Wulf-Schnabel hat das weltweit erste, an einer Universität angegliederte Institut gegründet, durch das Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen dauerhaft als Lehrende in Hochschulen tätig sind. Dafür absolvieren sie eine dreijährige Vollzeit-Qualifizierung zur Bildungsfachkraft und ..

Jan Wulf-Schnabel hat das weltweit erste, an einer Universität angegliederte Institut gegründet, durch das Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen dauerhaft als Lehrende in Hochschulen tätig sind. Dafür absolvieren sie eine dreijährige Vollzeit-Qualifizierung zur Bildungsfachkraft und vermitteln anschließend die Lebenswelten, Bedarfe und spezifischen Sichtweisen von Menschen mit Behinderungen. Gleichzeitig eröffnen sie sich eine Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Als Bildungsfachkräfte sind sie am Institut dauerhaft angestellt.

Warum das wichtig ist

Die Segregation von Menschen mit und ohne Behinderungen führt zur Unsicherheit, Unerfahrenheit, affektiven Reaktion oder Ablehnung. Davon sind besonders Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen betroffen. Diese Spaltung schlägt sich besonders im tertiären Bildungssektor nieder: Studierend ..

Die Segregation von Menschen mit und ohne Behinderungen führt zur Unsicherheit, Unerfahrenheit, affektiven Reaktion oder Ablehnung. Davon sind besonders Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen betroffen. Diese Spaltung schlägt sich besonders im tertiären Bildungssektor nieder: Studierende sowie Lehr-, Fach- und Führungskräfte kommen in ihrer Aus- und Weiterbildung nicht einmal mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt. Für das Leitbild der Inklusion und die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention sind diese Zielgruppen aber besonders relevant. Beispielsweise sind in Deutschland 230.00 Lehramtsstudierende und 750.000 Lehrer*innen gefordert, ein inklusives Schulsystem zu schaffen. Entsprechend muss die Expertise von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Teilbereichen (Wirtschaft, Politik, Recht, Verwaltung, usw.) ihren Niederschlag finden, soll ein inklusiver Systemwandel gelingen.

Einblicke

3

Wirkungskette (2019)

Input

  • Gesamtbudget 778.000 €, davon Personalkosten: 623.000 €, Sachkosten: 155.000 €

  • Zeitaufwand durch Akteure aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Selbstvertretung von 2.000 Stunden

  • Pro bono-Personalleistung der Stiftung Drachensee zum Aufbau für den bundesweiten Erfahrungstransfer: 120.000 €

Output

  • 78 Bildungsveranstaltungen durch 5 Bildungsfachkräfte in Schleswig-Holstein

  • laufende Qualifizierungen zur Bildungsfachkraft in Baden-Württemberg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt

  • Aufbau von Vernetzungsstrukturen für den bundesweiten Erfahrungstransfer in Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Österreich

Wirkung

  • Entwicklung von Inklusionskompetenzen bei rund 2.500 teilnehmenden Studierenden, Lehr-, Fach- und Führungskräften durch 5 Bildungsfachkräfte

  • Erhöhung der Praxisqualität der Lehre an Fach- und Hochschulen

  • Laufende Qualifizierungen für 31 Menschen mit Behinderungen zur Bildungsfachkraft in mehreren Bundesländern

  • Vernetzung von einer Vielzahl an Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Selbstvertretung

  • Ausgezeichnet mit dem 2.Preis der Global Goals Wirkungsfonds (Initiative von Social Impact und Deutsche Bank)

Was wir aktuell planen:

  • Bundesweiter Transfer: Bis zum Jahr 2022 sollen an mindestens zehn deutschen Hochschulstandorten insgesamt 60 Menschen mit Behinderungen qualifiziert werden, die dann über 10.000 direkte Bildungskontakte pro Jahr erreichen.

  • Ab dem Jahr 2020 wird das Institut für Inklusive Bildung einen internationalen Qualifizierungsausbau beginnen. Seit 2018 ist das Institut für Inklusive Bildung an zwei Teilhabe-Forschungsvorhaben beteiligt, um (a) die positiven Wirkungen der Qualifizierung zur Bildungsfachkraft bei den teilnehmenden Menschen mit Behinderungen und (b) deren Bildungswirkungen bei den Studierenden sowie den Lehr-, Fach- und Führungskräften in Bezug auf deren inklusionsorientierte Handlungskompetenzen zu erforschen.

  • Aufbauend auf den Erfahrungen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen wird das Institut für Inklusive Bildung weitere Qualifizierungen für Menschen mit Behinderungen entwickeln, im tertiären Bildungssystem etablieren und dabei Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen.