Ramazan Salman

Kurzbeschreibung

Ramazan Salman bildet mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum verantwortungsfreudige Migranten zu MiMi-Gesundheitslotsen aus, damit diese ihren Mitmenschen einen gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Chancengleichheit ermöglichen können.

Die Person

Mit sechs Jahren kam der gebürtige Istanbuler Ramazan Salman mit seinen Eltern nach Hannover, wo er als eines der wenigen Kinder mit Migrationshintergrund das lokale Gymnasium besuchte. Als Jugendlicher half er Migrationsfamilien, Zugang zu Gesundheitsdiensten zu finden. Als er feststellte, dass be ..

Mit sechs Jahren kam der gebürtige Istanbuler Ramazan Salman mit seinen Eltern nach Hannover, wo er als eines der wenigen Kinder mit Migrationshintergrund das lokale Gymnasium besuchte. Als Jugendlicher half er Migrationsfamilien, Zugang zu Gesundheitsdiensten zu finden. Als er feststellte, dass bei Migranten wegen Kommunikationsproblemen und medizinischer Fehlversorgung die Einsamkeits- und Krankheitsrate über-durchschnittlich hoch ist, gründete er 1991 mit Mitstreitern das Ethno-Medizinische Zentrum (EMZ), um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Heute exportiert der Sozialwissenschaftler und Medizinsoziologe seine MiMi-Schlüsseltechnologie zur Integration von Migranten in die ganze Welt. 2009 war Ramazan Salman Sozialunternehmer des Jahres der Schwab Foundation.

Der Ansatz

Das EMZ will Migranten zu mehr Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen motivieren und befähigen. Daran arbeitet es mit muttersprachlichen und kultursensiblen Präventions- und Beratungsaktivitäten, Dolmetscher-services, Aufklärungs- und Informationsmaterialien, Veranstaltungen sowie durch Forschu ..

Das EMZ will Migranten zu mehr Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen motivieren und befähigen. Daran arbeitet es mit muttersprachlichen und kultursensiblen Präventions- und Beratungsaktivitäten, Dolmetscher-services, Aufklärungs- und Informationsmaterialien, Veranstaltungen sowie durch Forschung. So wird Gesundheit zur Integrationsquelle. Zentral ist das Programm MiMi („Mit Migranten für Migranten“). In ihm werden gut integrierte und sozial engagierte Migranten als Vorbilder und Unterstützer (MiMi-Lotsen) ausgebildet. Sie motivieren und aktivie-ren andere Migranten zu gesunden Lebensweisen, zur Integration und zur sinnvollen Nutzung des deutsche Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystems sowie zu bürgerschaftlichem Engagement. Das EMZ stärkt zudem durch Trainings und Fortbildungen deutsche Institutionen in ihrer kulturellen Handlungskompetenz. Dadurch können sie einen barrierefreien Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen schaffen und spezifische Bedürfnisse der Migranten berücksichtigen.

Warum das wichtig ist

Fast 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Für viele davon ist die Komplexität des deutschen Gesundheitssystems undurchschaubar. Gerade Neuankömmlinge oder weniger integrierte Gruppen haben wegen sprachlicher, kultureller und rechtlicher Barrieren nur ungen ..

Fast 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Für viele davon ist die Komplexität des deutschen Gesundheitssystems undurchschaubar. Gerade Neuankömmlinge oder weniger integrierte Gruppen haben wegen sprachlicher, kultureller und rechtlicher Barrieren nur ungenügenden Zugang zu öffentlichen Angeboten. Sie leiden entsprechend unter schlechteren Gesundheitsbedingungen: höhere Säuglings- und Müttersterblichkeit, mangelhafter Impfstatus, mehr Infektionskrankheiten, stark erhöhte Prävalenz bei Diabetes, Adipositas, Depressionskrankheiten und Berufsunfähigkeit, größeres Risiko von Alterskrankheiten sowie höheres Unfallrisiko im Betrieb. Das EMZ will das mit seiner Integrationstechnologie „MiMi“ ändern, denn gesunde Migranten sind wirtschaftlich erfolgreicher, haben mehr Bildungschancen und verursachen geringere soziale Kosten. Die wenigen bisherigen Programme an der Schnittstelle von Gesundheit und Migration haben meist einen singulären Themenzuschnitt, unzureichende Zielgruppenfokussierung und kaum Integrationseffekte.

Einblicke

Wirkungskette

Input

  • Ca. 1.050.000 € Gesamtbudget

  • 21 Mitarbeiter, ca. 2.400 Multiplikatoren

Output

  • Seit Gründung 2.500 Mediatoren aus 136 Län-dern ausgebildet (72 % Frauen)

  • Mehr als 100.000 Teilnehmer in über 9.500 Info-veranstaltungen erreicht (73 % Frauen)

  • 850.000 Menschen indirekt durch Teilnehmer erreicht, die ihr Wissen an Angehörige weiter-geben oder Wegweiser und Broschüren nutzen

  • Weitere Verbreitung durch Publikation des Wegweisers und Weitervermittlung innerhalb der Familien und des Freundeskreises

Wirkung

  • Stärkeres Gesundheitsbewusstsein, mehr Eigen-verantwortung und Selbsthilfe, gestiegene Integ-rationsbereitschaft bei Migranten

  • Stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse von Migranten beim Gesundheitspersonal, wachsen-de Handlungskompetenz und Entwicklung der Gesellschaft durch „gesunde Integration“

Was wir aktuell planen:

  • Übertragung von MiMi in andere europäische Staaten und in den Nahen Osten in Kooperation mit Partnern vor Ort

  • Anwendungen der MiMI-Technologie auf andere Handlungsfelder (betriebliches Gesundheitsmanagement, Gewaltprävention, Bildung, Erziehung, Unternehmensgründung, und Vermögensbildung)

  • Ausweitung der Forschungsaktivitäten sowie der Ausbildungs- und Schulungskapazitäten auf natio-naler und internationaler Ebene

  • Verdreifachung des Budgets und des Mitarbeiterstabes, Gründung von weiteren MiMi-Zentren (MiMi-Hubs)