Sarah Hüttenberend

Sarah Hüttenberend

ZWEITZEUGEN e.V.

Kurzbeschreibung

Sarah Hüttenberend will gemeinsam mit den über 100 Engagierten des Vereins ZWEITZEUGEN e.V.  junge Menschen stark gegen Rassismus und Antisemitismus machen. Indem sie die Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden weitererzählen fördern sie Empathie und sensibilisieren für Vorurteile. Kinder und Jugendliche werden so zu zweiten Zeug*innen: Zweitzeug*innen.

Die Person

2011 traf Sarah Frieda – eine Begegnung die beide veränderte: Die 90-Jahre alte Frieda hatte das Wahrschauer Ghetto, Majdanek und Auschwitz überlebt. Allein. Ihr Vater, ihre Schwester, ihr kleiner Neffe sind wie Millionen jüdischer Menschen durch die Nazis ermordet worden. Sie beschloss, nie w ..

2011 traf Sarah Frieda – eine Begegnung die beide veränderte: Die 90-Jahre alte Frieda hatte das Wahrschauer Ghetto, Majdanek und Auschwitz überlebt. Allein. Ihr Vater, ihre Schwester, ihr kleiner Neffe sind wie Millionen jüdischer Menschen durch die Nazis ermordet worden. Sie beschloss, nie wieder mit jemand deutschem zu sprechen. 

Sarah war damals Design-Studentin mit dem Wunsch, Brücken zu bauen zwischen Menschen und Informationen. Die Geschichte von Frieda berührte sie so sehr, dass sie sie weitererzählte. Zuerst Freunden, dann gemeinsam in einer Ausstellung und heute im Verein ZWEITZEUGEN e.V. mit über 100 Ehrenamtlichen.

Der Ansatz

ZWEITZEUGEN e.V. dokumentiert persönliche Erinnerungen von bisher 37 Überlebenden des Holocaust und gibt sie auf persönliche und einfühlsame Art weiter – in Workshops, Ausstellungen, Veranstaltungen, Magazinen und einem Ausstellungsbuch. Ziel des Vereins ist es, junge Menschen für Antisemi ..

ZWEITZEUGEN e.V. dokumentiert persönliche Erinnerungen von bisher 37 Überlebenden des Holocaust und gibt sie auf persönliche und einfühlsame Art weiter – in Workshops, Ausstellungen, Veranstaltungen, Magazinen und einem Ausstellungsbuch. Ziel des Vereins ist es, junge Menschen für Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren und sie stark zu machen, damit sie sich selbst für eine akzeptierende und offene Gesellschaft einsetzen. Die Kinder und Jugendlichen lernen eine Überlebensgeschichte kennen, fühlen mit, fragen nach und werden schließlich selbst zu Zeug*innen der Zeitzeug*innen, zu Zweitzeug*innen. 

 

Warum das wichtig ist

Unsere Geschichte zeigt, wohin Ausgrenzung, Diskriminierung sowie rassistische und antisemitische Haltungen führen können. Mit der zunehmenden zeitlichen Distanz zum Nationalsozialismus erstarken die Stimmen, die eine kollektive Erinnerung an diese Zeit ruhen lassen wollen. Rassismus und Antisemit ..

Unsere Geschichte zeigt, wohin Ausgrenzung, Diskriminierung sowie rassistische und antisemitische Haltungen führen können. Mit der zunehmenden zeitlichen Distanz zum Nationalsozialismus erstarken die Stimmen, die eine kollektive Erinnerung an diese Zeit ruhen lassen wollen. Rassismus und Antisemitismus sind der heutigen deutschen Gesellschaft allgegenwärtig; Berichte über fremdenfeindliche Ereignisse und Äußerungen sind zu einer bedenklichen, alltäglichen Realität geworden. Doch diejenigen, die noch aus erster Hand berichten können, werden weniger und mit ihnen verschwindet auch die Möglichkeit für junge Menschen, sich dem Thema über einen persönlichen Zugang zu nähern.

Einblicke

Wirkungskette (2019)

Input

  • über 100 Ehrenamtliche, vier Vollzeitäquivalente

  • Gesamtbudget: 186.000 €, davon Personalkosten: 133.000 €, Sachkosten: 51.000 €

Output

  • 5 Interviews mit Zeitzeug*innen

  • 3.177 junge Zweitzeug*innen

  • 7 neue Kooperationen mit Schulen

  • 2 Ausstellungen mit 26 Veranstaltungen und 1.086 Besucher*innen

  • 2 Bildpatenschaften

  • 45 neue Ehrenämter

  • 2 Überlebensgeschichten veröffentlicht, Neuauflage des Ausstellungsbuchs

Wirkung

  • Bei einer internen Analyse der Briefe von Kindern und Jugendlichen an die Überlebenden fanden sich in 98% Ausdrücke von Mitgefühl

  • Pädagoge*innen bewerteten die Projekte durchschnittlich mit 9,7 von 10 möglichen Punkten

Mitwirkende gesucht

Was wir aktuell planen:

  • Ausbau unseres neuen Projekts Zweitzeug*innen im Fußball sowie unserer Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe

  • Entwicklung von digitalen Formaten, die Hand in Hand mit unserem bisherigen Angebot gehen

  • Entwicklung eines nachhaltigen Evaluationskonzepts

Dafür suchen wir:

Ratgeber*in

... in Sachen Outcome-Messung

Kooperationenbauer*in

... im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere in NRW