Thorsten Kiefer

Thorsten Kiefer

WASH United

Kurzbeschreibung

Entwickelt plattformbasierte Lösungen und baut globale Partnerschaften, um die Verwirklichung der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung voranzutreiben und das Perioden-Tabu zu beenden, in Deutschland und weltweit.

Die Person

Während seines Studiums des internationalen Rechts entwickelte Thorsten Kiefer eine Leidenschaft für Menschenrechte, insbesondere im Kontext von Wasser und Sanitärversorgung. Über seine Tätigkeit in verschiedenen Institutionen entwickelte er ein Gespür dafür, was dem Sektor fehlt: innovative, ..

Während seines Studiums des internationalen Rechts entwickelte Thorsten Kiefer eine Leidenschaft für Menschenrechte, insbesondere im Kontext von Wasser und Sanitärversorgung. Über seine Tätigkeit in verschiedenen Institutionen entwickelte er ein Gespür dafür, was dem Sektor fehlt: innovative, positive Kommunikation, welche die Tabu-Themen Toiletten und Hygiene „cool & sexy“ macht. Denn nur was man besprechen kann, kann man auch ändern. Vor diesem Hintergrund und inspiriert von Ashoka Fellow Jack Sim, kam Thorsten auf die Idee zu WASH United. Im Rahmen einer Toiletten-Kampagne in Indien stellte Thorsten fest, dass es ein noch viel tabuisierteres Thema gibt: die Menstruation.  

Der Ansatz

WASH United ist eine einzigartige Mischung aus einer Advocacy-Organisation und einer Kreativ-Agentur mit vollem Fokus auf maximale indirekte Wirkung. Unter Verwendung von User Centered Design und agilen Ansätzen entwickeln in-house Kreativ-ExpertInnen zusammen mit Fachexpertinnen neue skalierbare L ..

WASH United ist eine einzigartige Mischung aus einer Advocacy-Organisation und einer Kreativ-Agentur mit vollem Fokus auf maximale indirekte Wirkung. Unter Verwendung von User Centered Design und agilen Ansätzen entwickeln in-house Kreativ-ExpertInnen zusammen mit Fachexpertinnen neue skalierbare Lösungen mit Fokus auf die Themen Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung und Menstruationshygiene. Diese implementiert WASH United aber nicht selbst, sondern stellt sie über digitale Plattformen Hunderten von Partnerorganisationen zur Verfügung, welche diese Lösungen dann in ihre Programme integrieren. 

Bei der Entwicklung von Inhalten nutzt WASH United Dinge, die Menschen lieben und begeistern – starke, positive Geschichten, Vorbilder und Spiele – um die von Haus aus „dreckigen“ Themen Toiletten und Hygiene attraktiver zu machen und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Denn wenn sich Vorbilder wie der indische Cricket-Held Sachin Tendulkar oder Bollywood Star Akshay Kumar öffentlich für Toiletten und Menstruationshygiene einsetzen, schafft das Aufmerksamkeit und verändert die Einstellungen der Menschen zu diesen Themen.

Ein bislang völlig vernachlässigtes Themengebiet mit massiven Folgen für die Gesundheit, Bildungschancen und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen ist Menstruationshygiene (MHM). Seit 2014 arbeitet WASH United insbesondere über den von uns initiierten weltweiten Menstrual Hygiene Day (MH Day) am 28. Mai intensiv daran, Tabus und Stigmata rund um dieses Thema aufzubrechen, Mädchen und Frauen über innovative Bildungsprogramme aufzuklären und für eine höhere politische Relevanz des Themas zu sorgen. Der MH Day hat mittlerweile über 600 Partnerorganisationen weltweit (inklusive UNICEF, UNFPA, WeltBank, etc) und wurde 2019 in 74 Ländern gefeiert. Insgesamt erreichte der MH Day 2019 alleine über digitale Kanäle mindestens 317 Mio. Menschen mit positiver tabu-brechenden Botschaften zum Thema Periode. Für die Menstrual Hygiene Day Kampagne wurde WASH United 2018 mit dem renommierten Shorty Award ausgezeichnet. 

Warum das wichtig ist

Weltweit haben 4,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu angemessener, sicherer Sanitärversorgung (WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme, 2017). Fehlende Toiletten, schlechtes Hygieneverhalten und dreckiges Trinkwasser sind Hauptursachen für vermeidbare Durchfallerkrankungen, einer der Haupttodesur ..

Weltweit haben 4,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu angemessener, sicherer Sanitärversorgung (WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme, 2017). Fehlende Toiletten, schlechtes Hygieneverhalten und dreckiges Trinkwasser sind Hauptursachen für vermeidbare Durchfallerkrankungen, einer der Haupttodesursachen für Kinder unter 5 Jahren.  Der wirtschaftliche Schaden der globalen Sanitärprobleme beziffert sich laut Weltbank auf 260 Milliarden USD pro Jahr. 

In Indien wissen 50% der Mädchen nicht was die Menstruation ist, wenn sie ihre erste Periode bekommen, geschweige denn wie sie mit ihrer Periode  sicher und hygienisch umgehen können. In Kombination mit sozialen Tabus und Stigma, fehlendem Zugang zu Produkten und mangelnder Sanitärinfrastruktur führt das dazu, dass Frauen und Mädchen wegen ihrer Periode diskriminiert und ausgegrenzt werden – mit schwerwiegenden Folgen für Bildung und einkommensgenerierende Tätigkeiten, Gesundheit und sozialen Status. 

Aber auch in Deutschland gibt es Herausforderungen. Eine Ende 2019 von WASH United und Einhorn durchgeführte Umfrage zum Thema Menstruationsaufklärung zeigte, dass 56% der Befragten den Aufklärungsunterricht in der Schule als peinlich empfanden. Nur 17% fühlten sich durch den Aufklärungsunterricht sehr gut oder eher gut aufgeklärt. 52% der Frauen und Mädchen fühlen sich während ihrer Periode in sozialen Situationen unwohl. 22% der Frauen und 29% der Männer finden es unangenehm Menstruationsprodukte zu kaufen (essity, Hygiene matters, 2016/17).

Einblicke

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Wirkungskette (2019)

Input

  • Gesamtbudget: €1 Millionen, davon ca. € 500.000 Personalkosten

  • Standorte: Berlin (10 MitarbeiterInnen)

Output

  • Outputs 2019: Thema 1: Menstrual Hygiene Day Kampagne: >530 Partnerorganisationen, 726 MH Day Veranstaltungen in 74 Ländern, 2.240 Medienberichte, eine digitale Reichweite von 317 Mio. Menschen. Gehebelter Gesamtkampagnenwert: über USD 32 Mio. Thema 2: Periodenaufklärung im Schulumfeld: Über Partnerschaften konnten fast 1,8 Mio. Jugendliche in 10 afrikanischen Ländern und Indien mit Menstruations-Aufklärung erreicht werden. Thema 3: Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung: Making Rights Real Ansatz wird in 5 zusätzlichen Ländern eingesetzt (Bangladesch, Äthiopien, Mosambik, Uganda und Bhutan) Neue Resolution der UN Generalversammlung zu den Menschenrechten auf Wasser und Sanitärversorgung (A/RES/74/141) im Konsens angenommen. WASH United koordinierte hierfür die zivilgesellschaftliche Lobbyarbeit

Wirkung

  • Wissens- und Einstellungsänderung zum Thema Menstruation in der breiteren Bevölkerung weltweit

  • Wissens-, Einstellungs- und Verhaltensänderung im Bereich Menstruationshygiene bei Kindern und Jugendlichen

  • stärkere Integration der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung in die Arbeit lokaler Regierungen

Was wir aktuell planen:

  • Thema 1: Menstrual Hygiene Day Kampagne: Der MH Day 2020 hat trotz COVID-19 mehr Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen als je zuvor und auch die politische Relevanz war nie größer. Die Zeit ist reif, das Perioden-Tabu in die Geschichtsbücher zu schicken. Das ist möglich, aber dafür müssen wir jetzt den nächsten Schritt machen. Das heißt zum einen Übergang zu fortlaufender year-round Kommunikation und Advocacy-Arbeit, mit dem Ziel den Handlungs-Druck auf EntscheiderInnen weiter zu erhöhen und Commitments nachzuhalten. Das heißt außerdem Aufbau strategischer Medienpartnerschaften und einer Netzwerks an BotschafterInnen. Auf der anderen Seite heißt es auch noch bessere Unterstützung unserer mittlerweile über 600 MH Day Partnerorganisationen, va in den Bereichen Advocacy und Medienarbeit. Dafür müssen wir unser Team dringend verstärken. Thema 2: Periodenaufklärung im Schulumfeld: Für Q4 planen wir den Launch einer digitalen Vertriebsplattform, über die jede Organisation und jede LehrerIn weltweit gratis Zugang zu unseren Aufklärungslösungen bekommen kann. Außerdem sind wir dabei einen Pool an Master-TrainerInnen in Afrika und Asien aufzubauen Thema 3: Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung Anlässlich des 10-jährigen "Geburtstags" der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung planen wir eine große Kampagne, um den Handlungsdruck für die Umsetzung der Rechte zu stärken. Der Making Rights Real Ansatz wird mittlerweile in 12 Ländern genutzt und soll weiter entwickelt und verbreitet werden.